Wie Fluchtursachen geschaffen werden

Über die Widersprüche in der EU-Afrikapolitik

Referentin: Marianna Schauzu, Molekularbiologin

Immer mehr Afrikaner verlassen ihre Heimat. Umfragen in sechs Subsahara-Ländern ergaben, dass viele – in Ghana bis zu 75 Prozent – den Wunsch hegen, nach Europa oder in die USA auszuwandern. Konkrete Migrationspläne haben bis zu 44 Prozent der Bevölkerung.

Befördert wird der Wunsch nach Auswanderung durch einen hohen Bevölkerungsdruck. Bis 2050 wird eine Verdoppelung der Einwohnerzahl Afrikas prognostiziert. Das bedeutet, dass sich Armut und Hunger weiter ausbreiten werden, ist doch schon jetzt die Landwirtschaft in einigen afrikanischen Ländern nicht in der Lage, ihre Bewohner zu ernähren. Zudem fehlt es an Arbeitsplätzen in Industrie und damit an Kaufkraft.

Doch andererseits verfügt Afrika über das nötige Land, über Wasser und die Arbeitskräfte für eine effiziente Agrarproduktion. Aber ohne eine deutlich stärkere Hilfe von außen wird der Kontinent dieses Potential nicht nutzen können. Der deutsche Entwicklungsminister Gerd Müller fordert denn auch eine Verdoppelung der EU-Afrikamittel und die Öffnung der Märkte für alle afrikanischen Güter. Zugleich aber untergräbt die EU mit ihren Exportsubventionen für die europäische Landwirtschaft die Existenzbedingungen der afrikanischen Bauern.

Darüber diskutieren wir am

Freitag, dem 26. Oktober 2018, 19.00 Uhr,
im MEZ, Spielhagenstraße 13, 10585 Berlin-Charlottenburg,
nahe U-Bhf. Bismarckstraße (U2 und U7) und Bus 109.

Kostenbeitrag: 2 Euro